Rückblick

DAS NEHMEN WIR MIT

Schule befindet sich im Wandel. Die Veränderungen lassen sich nicht aufhalten, wir können sie jedoch mitgestalten. Keinesfalls sollten wir resignieren. Um künftiges Lehren und Lernen zu entwickeln, gibt es nicht die eine, einfache Lösung. Dafür sind die überall gegenwärtigen Veränderungen zu komplex. Möglichst viele Perspektiven einzubeziehen, ist daher ein wichtiger Punkt, den wir mitnehmen. Es sind Gestaltungskompetenzen gefragt. Dabei gilt es, diese auch Kindern- und Jugendlichen zu vermitteln. Dazu gab es auf der Tagung zahlreiche Impulse und Inspirationen.

Schön ist, dass uns an allen drei Tagen Schüler*innen ihre Perspektiven und Gedanken mit uns geteilt und ihre Wünsche und Forderungen Artikuliert haben. Wir nehmen mit, Kinder und Jugendliche viel stärker zur Gestaltung miteinbeziehen zu müssen. Ihnen kann und muss mehr zugetraut werden.

Auch Lehrer*innen und Eltern können Schule gemeinsam gestalten. Hier werden bereits Freiräume, die das Schulsystem bietet genutzt. Als Credo nehmen wir mit: Wir müssen gucken was geht, statt immer erst darüber nachzudenken, was nicht geht.

In Workshops, Vorträgen und auf dem Inspiration Field, verteilt auf vier Thementracks, konnten wir neue Lernwelten erkunden und praxisnah praktische Gestaltungsmöglichkeiten kennenlernen. Wir gehen mit dem Gefühl, ein Stück Zukunft in der Hand zu halten.

#DIGGI19

Inspiriert haben uns vor allem Projekte zur Stärkung digitaler Bildung in der Lehramtsausbildung einerseits und in der Schule andererseits. Beide Anliegen vereinen sich etwa in Projekten wie digiLL oder school is open 4.0, in denen Hochschulen und Lehramtsstudierende Unterrichtseinheiten und -materialien entwickeln, die Medienkompetenz bei Schüler*innen fördern.

Projekte wie die WDR-App Kriegskinder oder die virtuelle-Tour durch den Barbara-Stollen des Rechenzentrums der Uni Köln zeigen, dass multimediale Ansprache und der Einsatz neuer Technologien – beispielsweise durch Virtual Reality, Augmented Reality, Digitale Literatur, Apps oder das Experimentieren und Programmieren lernen mit Mini-Computern und Robotern, Schüler*innen für Themen begeistern kann, die zuvor wenig Interesse oder Motivation gezeigt haben – ob in MINT-Fächern, Geschichte und Gesellschaft, Kunstunterricht oder beim Lesen.

#BILDUNGSCHANCEN

Bildung kann eine Waffe gegen Armut sein, die Schlagkraft werde aber überschätzt, da Pädagogik weder eine gerechte Steuerpolitik noch eine die Armut konsequent bekämpfende Sozialpolitik ersetzen könne, erläuterte Professor Christoph Butterwegge.

Auf der Tagung konnten wir verschiedene Projekte kennenlernen, die mehr Bildungsgerechtigkeit angehen, darunter Ansätze digitaler Bildung wie die Gestaltbar, die Hauptschüler*innen an digitale Technologien heranführt, oder das Social Lab der Zukunftstrategie Lehrer*innenbildung, das mit digitalen Tools Lebenswelt ins Klassenzimmer holt, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Für Chancengleichheit setzt sich zum Beispiel auch das „Studentische Forum für Integration und Bildung“, ein, das mit Nachhilfe Schüler*innen finanziell schwacher Familien unterstützt. Für die Praxisphasen im Kölner Lehramtsstudium bietet das ZfL mit PROMPT! und WEICHENSTELLUNG ebenfalls Projekte, die Bildungsgerechtigkeit fördern.

#GENDERLEAD

Dass weiblich, männlich und die Assoziationen, die wir mit den Geschlechterkategorien verbinden, konstruiert sind, hat uns die Tagung an vielen Stellen verdeutlicht. Die Folgen dieser Kategorien sind aber ganz real, vor allem, wenn es um Leadership geht: Viele Mädchen und Frauen halten es für unrealistisch, Führungspositionen einzunehmen – in der Wissenschaft und in der Schule. Das gilt es weiter zu verändern.

Deshalb ist es wichtig, in der Schule ein Umfeld zu schaffen, dass Geschlechterrollen hinterfragt und starre Konstrukte aufbricht. Auch die Lektüre von gendersensibler Literatur abseits des Kanons kann Schüler*innen dabei unterstützen, eigene (Geschlechter-)Identität zu entwickeln und traditionelle Rollenbilder zu verabschieden.

 

#ARBEITSMARKT

Wie arbeiten wir in Zukunft? Klar ist, dass sich die Arbeitswelt revolutionieren wird. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Blockchains erfordern neue Konzepte, Kompetenzen und Arbeitsweisen. Ob die Zukunft dabei positiv oder negativ ausfalle, kann niemand seriös vorhersagen. Der Prozess lässt sich nicht aufhalten, es gilt ihn daher zu steuern. IT- bzw. Programmierkenntnisse würden vermutlich die individuellen Chancen erhöhen, dass eigene Arbeitsumfeld positiv für sich gestalten zu können.

So können neue Ideen von Einzelpersonen mit wenigen Vorkenntnissen und ohne großen finanziellen Aufwand umgesetzt werden. Dass wir dabei nicht mehr unbedingt an feste Arbeitszeiten und -plätze gebunden sind, ist immer wieder deutlich geworden. Die Frage bleibt, ob das in Zukunft auch für Schule und Unterricht gelten wird. In Schule gibt es mit pädagogischen Ansätzen wie Learning-by-Design oder Klassenräumen als MakerSpaces Möglichkeiten klassische Unterrichtsformen aufzubrechen.

Weitere Berichte

Tagung in Köln: Wie sieht die Schule der Zukunft aus?Deutschlandfunk Campus & Carriere (30.8.2919)

Auf der Suche nach den Megatrends – 24 Fragen zu #Future19BayernEdu.net (1.9.2019)

#Future19 – eine inspirierende Tagungprofi-wissen.de (2.9.2019)

Wie man den Anfängen wehrtKölner Stadtanzeiger (3.9.2019)

Subjektiver Rückblick auf die Tagung „Zukunft Schule #future19“»school is open« 4.0 (3.9.2019)

#future19 – Zukunft Schule: Ideen gibt’s viele, Rezepte aber nichtBlog herbstjuste (3.9.2019)

Die Zukunft der Schule: Eine Frage des MindsetsFokus Lehrerbildung, Blog der Heidelberger School of Education (10.9.2019)